Prolog

Schon nach unserer Rückkehr 2011 aus Marokko waren Christian und ich uns einig, dass wir dieses Land nicht das letzte Mal bereist haben.
Gemeinsam mit unseren Mädels Lore und Claudia und  mit Wolfgang machten wir uns im März 2014 erneut auf den langen Weg nach Nordafrika.
In unserem Reisetagebuch gibt es einen Überblick über die Eindrücke die wir unterwegs gesammelt haben

 

Tag 1 /2      Freitag / Samstag 14./15.März 2014      2.539 KM

Als ich überpünktlich um 15:30 Uhr zu Hause ankam waren Lore, Claudia, Christian und Wolfgang schon dabei unsere Mopeds auf den Anhänger zu verladen, den ich bereits am Donnerstag in Forstern abgeholt hatte. Wie schon in 2011 wollten wir die Anreise bis Gibraltar mit Auto und Anhänger bewältigen. Dies verschafft uns die meiste Zeit für Marokko und hatte sich bewährt. Bereits um 17:10 Uhr starteten wir auf unsere lange Reise. Über Augsburg, Stuttgart, Karlsruhe, Freiburg gelangten wir nach Frankreich. Mittlerweile war die Nacht hereingebrochen. Es ging weiter über Lyon ins Rhonetal und dann immer weiter südwärts. Schon wieder bei Tag erreichten wir Spanien das wir bei strahlendem Sonnenschein durchquerten. Kurz vor Malaga wurde es erneut dunkel und nach 28 Stunden Fahrt erreichten wir schließlich unser Ziel San Roque gegen 21:15 Uhr. Wir kauften noch Tickets für die Fährfahrt hinüber nach Tanger MED und kamen dann im Hostal Rio Grande  unter, wo wir für die nächsten 3 Wochen das Auto und Anhänger stehen lassen konnten. Hundemüde krochen wir in unsere Betten und fielen in einen tiefen festen Schlaf.

 

Tag 3     Sonntag 16. März 2014     202 KM (inkl. Fähre)

Um 7:00 Uhr starteten wir in den neuen Tag. Zunächst hieß es Mopeds runter vom Hänger und reisefertig machen. Nachdem alles umgepackt war parkten wir noch Auto und Anhänger und starteten schließlich um 8:15 Uhr zum nahegelegenen Hafen in Algeciras. Wir mussten nicht sehr lange warten, bis wir an Bord der Fähre fahren konnten.

An Bord stellten wir uns erst mal in eine Warteschlange um den ersten Teil der Zollabfertigung zu erledigen. Danach ging es bei bestem Wetter an Deck. Wir waren schon ausgelaufen und konnten auf Algeciras und Gibraltar zurückblicken, vor uns lag die Küste Marokkos.

Überpünktlich legten wir an und wir fuhren von Bord. Dann kam die weitere Zollabfertigung. Als diese nach einer knappen Stunde  erledigt war noch ein kurzer Stopp an einer Wechselstube, wo wir uns alle mit Dirhams versorgten dann starteten wir endgültig unsere Mopedreise.

Wir verließen die Küste Richtung Süden und durchfuhren den Norden des Rifgebirges. Die Landschaft war überwältigend. Sattes Grün und viele Blüten um uns herum, das alles umrahmt von einer tollen Bergkulisse. Kurz vor Tetouan gelangten wir an eine Hauptstraße an der wir an einer großen Tanke stoppten um A zu tanken und B uns den ersten Pfefferminztee zu gönnen.

Danach durchquerten wir Tetouan und gelangten wieder ans Mittelmeer. Auf einer abwechslungsreichen kurvigen Strecke folgten wir zunächst dem Küstenverlauf um dann wieder ins Rifgebirge abzubiegen. Ein nettes Sträßchen führte durch eine atemberaubend schöne Gebirgslandschaft.

Mit Chefchaouen erreichten wir schon vor 16:00 Uhr unser heutiges Tagesziel. Bevor wir uns intensiv um ein Hotel kümmern konnten machte zunächst Mal mein Moped schlapp. Eine Schraube der neuen Batterie hatte sich gelockert und die Stromzufuhr unterbrochen. Während Christian und ich den Schaden behoben, stoppte ein Mopedfahrer aus Halle/Saale und bot zum einen seine Hilfe an, zum anderen hatte er einen Hoteltipp für uns. Wolfgang fuhr kurz mit ihm los, um sich das Hotel zeigen zu lassen. Als er zurückkam war mein Moped wieder startklar und wir folgten ihm dann zum Hotel. Wir checkten ein, und nach duschen und umziehen zogen wir zu Fuß los in die nahegelegene Medina. In einer kleinen Bäckerei gab´s noch Gebäck und dann durchstreiften wir die kleinen Gassen. Schließlich erreichten wir den Hauptplatz auf dem wir in ein Restaurant einkehrten und zu Abend aßen. Danach bummelten wir gemütlich zurück zum Hotel.

 

Tag 4     Montag 17. März 2014     267 KM

Kurz nach Neun konnten wir nach einem gemütlichen Frühstück loslegen. Die Medina lag mittlerweile im Sonnenlicht neben uns – was für eine Anblick. Noch in Chefchaouen steuerten wir eine Tanke an – Christian´s Scheinwerfer brannte nicht und wir behoben das Problem. Es ging weiter talwärts zur Hauptstraße deren Verlauf wir Richtung Südosten folgen wollten. In vielen Kurven, bergauf und bergab schlängelte sich die Straße durch die unglaublichen Landschaften des Rifgebirges. Der Straßenzustand war nicht immer der beste, Schlaglöcher, kurze Schottereinlagen und Bodenwellen mit größerem Ausmaß lauerten überall auf uns. Weitere Hindernisse tauchten in Form von holländischen WoMos und natürlich von vielen betagten Fahrzeugen die sich durch diese bergige Landschaft angestrengt quälten. Die Panoramen die sich ständig boten waren unglaublich, vor allem bei strahlendem Sonnenschein.

Es ging immer weiter nach oben, wir waren schon bei 1.500 Metern Höhe angekommen als wir das Städtchen Bab Berred erreichten. Was hier abging läßt sich nur sehr schwer in Worten beschreiben – es war Markt. Links und rechts am Straßenrand wuselten Unmengen von Leuten, die Fahrzeuge hatten Mühe sich ihren Weg durch die Menge zu bahnen. Ein Gehupe, Gedränge, Gestank - Wahnsinn. Maximal in Schrittgeschwindigkeit ging es vorwärts und wir waren froh nach einer gefühlten Ewigkeit wieder in höhere Gänge schalten zu können.

Nun ging es talwärts und wir erreichten Ketama, das Städtchen das als Zentrum des hiesigen Rauschgifthandels gilt – vertrauenserweckend ist anders. Wir tankten noch unsere Mopeds und bogen ab Richtung Süden in die Berge. Nach und nach begann sich das Landschaftsbild zu ändern. Die Berge rückten immer weiter auseinander und es wurde alles etwas offener. Wir gelangten nach Taounate und kehrten wie schon 2011 in Ain Aicha auf ein Kefta am Straßenrand ein.  2 Pfund Hackfleisch, Zwiebeln und Tomaten landeten auf dem Grill und wurden kurze Zeit später gut gewürzt serviert. Dazu gab es den obligatorischen Pfefferminztee. Für umgerechnet 13,-- € wurden wir zu Fünft gut satt und fuhren dann weiter. Mittlerweile waren wir in einer satt  grünen Landschaft angekommen und es ging, weil gerader deutlich zügiger voran. Gegen 17:00 Uhr erreichten wir die Stadtgrenze von Fes. Hier das typische großstädtische Treiben. Viel Verkehr, viele Menschen die scheinbar unkontrolliert durch die Straßen strömen.  Wir steuerten das uns bekannte Hotel Batha nahe der Medina an, wo wir auch Zimmer bekamen. Lustig war, dass der Parkwächter Christian und mich als „Stammgäste“ wiedererkannte.

Nachdem wir geduscht und umgezogen waren noch ein Getränk im Hotel und dann zogen wir los in die Medina. In der Enge der Gassen war geschäftiges Treiben  und es wurde alles Mögliche zum Verkauf angeboten. Lebensmittel, Sinnvolles für den Alltag und natürlich durfte auch touristischer Tand nicht fehlen. Ständig wurden wir zum Kauf irgendwelcher Dinge oder zum Besuch eines Restaurants aufgefordert. Nach einem guten Stück Weg kehrten wir um und bevor wir die Gassen der Altstadt verließen krabbelten wir über viele Treppen auf die Dachterasse eines Restaurants, wo wir noch eine Kleinigkeit aßen. Voll mit vielen Eindrücken kehrten wir zurück zum Hotel, wo wir uns in der Bar noch einen Thé à la Menthe und einen Rotwein schmecken ließen. Danach ging es müde ins Bett.

 

Tag 5     Dienstag 18. März 2014

Heute war Moped freier Tag. Wir hatten uns für 10:00 Uhr mit Farida verabredet. Schon 2011 hatten wir mit Farida eine supernette und kompetente Führerin durch die Medina von Fes. Pünktlich traf Farida ein und nachdem wir uns begrüßt hatten zogen wir los um das Gassengewirr zu erkunden. Die Medina umfasst 9.500 Gassen, wir wären ohne Farida hoffnungslos verloren. Es gab sehr viel zu bestaunen und anzusehen. Moscheen (300 gibt es innerhalb der Medina), Koranschulen, einen Kindergarten, eine Gerberei, eine Apotheke  und und und …. Zwischendurch ließen wir uns auf einer Dachterasse in einem Restaurant marokkanische Spezialitäten schmecken. Gegen 16:00 Uhr verabschiedeten wir uns von Farida und marschierten kurz zurück zum Hotel.

Nach einem kurzen Stopp ging es weiter – wir enterten ein Taxi und ließen uns vorbei am jüdischen Viertel zum Königspalast und anschließend zu zwei Aussichtspunkten oberhalb der Medina chauffieren. Einer lag südlich, einer nördlich der mit einer 15 KM langen Stadtmauer umfassten Medina. Zurück im Hotel erneut eine kurze Pause und wir zogen noch mal in die Medina auf einen Pfefferminztee. Anschließend gab´s im Hotel noch ein Bierchen bevor wir uns schlafen legten.

 

Tag 6     Mittwoch 19. März 2014     322 KM

Nach einem gemütlichen Frühstück packten wir unsere Mopeds. Dabei weckten wir den Parkplatzwächter, der auf einer alten verschlissenen Matratze direkt neben unseren Mopeds wachte. Als er aufschreckte, knallte er gleich mal mit dem Kopf an den Alukoffer von Wolfgang´s BMW. Dafür gab´s ein  gutes Trinkgeld. Gegen 8:40 Uhr starteten wir unsere Motoren und wir begaben uns in den morgendlichen Stadtverkehr von Fes. Erst nach immerhin 15 KM erreichten wir die Stadtgrenze und wir rollten Richtung Süden in Richtung des mittleren Atlas. Fast unmerklich gewannen wir an Höhe und in Ifrane hatten wir schon über 1.700 Höhenmeter erreicht. Sowohl Ifrane als auch das folgende Azrou wirkten fast europäisch.

Danach ging es zwar talwärts, wir kamen aber für den Rest des Tages nicht mehr unter die 1.000 m. Es ging nach Westen über kurvige abwechslungsreiche Straßen durch herrlich grüne Landschaften. Bis Khenifra hielten wir uns auf Hauptstraßen auf, ca. 20 KM danach bogen wir ab in die Berge. Es ging wieder bergwärts und in einem kleinen Kaff stoppten wir an einem Café auf einen Pfefferminztee.

Danach bogen wir erneut ab, auf noch kleinere Straßen. Die Straßen waren jetzt im Maximum nur noch fahrzeugbreit, teilweise noch schmäler bis nicht mehr vorhanden. Bei Gegenverkehr mussten wir immer wieder mal auf den Schotterstreifen ausweichen. Das Grün und die Kurven wurden immer weniger, die Häuser die immer wieder mal auftauchten ärmlicher. In einem etwas größeren Dorf war Markt – hier war wieder mal alles unterwegs was Beine hat – es war kaum ein Durchkommen. Danach ging es abwechslungsreich durch die Bergwelt. Auch einen Pass, den Tizi-n-Tisly mussten wir noch erklimmen bevor wir kurz vor Ilmichil unser Tagesziel eine Auberge am Lac Tislit erreichten.

Das Panorama war atemberaubend. Die Auberge zwar einfach aber urgemütlich. Unsere Wirtin Maleka war eine Seele von Mensch. Sie verwöhnte uns mit leckerer Suppe und Tajine mit Hühnchen. Da es draußen mittlerweile richtig kalt war und wir immerhin auf 2.200 m Höhe waren wurden wir vor dem zu Bett gehen noch mit Wärmeflaschen versorgt. Im Zimmer lag ein riesen Stapel mit warmen Wolldecken. Wir deckten uns alle bis zur Nase zu, die Zimmer waren kalt, die einzige Heizung war ein Bollerofen im zentralen Raum.

 

Tag 7     Donnerstag  20. März 2014     218 KM

Um halb Sieben weckte uns ein leises Klopfen an der Tür. Wir hatten mit Maleka vereinbart, dass sie uns zu Sonnenaufgang weckt. Wir krochen aus unseren Betten und gingen vor die Tür. Über den Bergen tauchte langsam die Sonne auf und spiegelte sich auf der glatten Oberfläche des Sees. Es war eiskalt, das Thermometer zeigte minus 2 Grad.

Maleka deckte den Frühstückstisch und verwöhnte uns richtig. Es gab frisch gebackenes Fladenbrot und Pfannkuchen, dazu selbstgemachte Marmelade, Honig und und und. Wir konnten gar nicht so viel essen, wie Maleka wieder nachlegte. Irgendwann waren wir alle pappsatt und verweigerten weitere Nahrungsaufnahme. Wir packten unsere Siebensachen bezahlten und verabschiedeten uns. Maleka versorgte uns noch mit Obst, Wasser und Pfannkuchen. Um dreiviertel Neun ging es schließlich los. Nach wenigen Kilometern erreichten wir den Ort Ilmichil, wo wir unsere Mopeds volltankten. Dann folgten wir dem Verlauf eines kleinen Sträßchens ca. 40 Kilometer bis Agoudal. Die Dörfer hier oben im mittleren Atlas waren alle sehr einfach. Die Menschen die hier leben, führen wohl ein sehr entbehrungsreiches Leben. In Agoudal kehrten wir noch auf einen Pfefferminztee ein. Der Wirt, wie auch schon zuvor Maleka meinten, dass die direkte Verbindung von hier in die Dades-Schlucht über eine Piste befahrbar ist. In 2011 mussten wir auf dieser Strecke wegen Schnee umdrehen.

Wir packten es an. Über 40 Kilometer lang war die Piste. Sie führte über Schotterwege, zum Teil über sandige oder matschige Passagen. Wir gelangten fast bis auf 3.000 m Höhe bevor es wieder abwärts ging. Erst nach rund 3,5 Stunden hatten wir wieder Asphalt (zumindest überwiegend) unter den Rädern. Wir folgten dem Lauf des Flusses Dades, passierten unzählige dieser für diese Gegend typischen kleinen Dörfer und staunten immer wieder über die atemberaubende Landschaft. Über den für diese Schlucht berühmten Spitzkehren legten wir nochmal eine Teepause ein.

Wir nahmen dann die letzten Kilometer des heutigen Tages in Angriff. Bis Boulmane folgten wir weiter dem Fluß Dades, danach schwenkten wir ab in Richtung Osten. Ab jetzt ging es fast kerzengerade dahin, Vegetation war so gut wie keine mehr vorhanden. Nach rund 60 Kilometer erreichten wir Tinerhir, wo wir uns in der Kasbah Lamrani für die heutige Nacht einquartierten. Nach einem gemeinsamen Abendessen marschierten wir heute schon sehr früh ins Bett.

 

Tag 8     Freitag 21. März 2014     257 KM

Auch heute starteten wir gegen dreiviertel Neun unsere Motoren. Wir rollten aus der Kasbah und fuhren erst mal komplett durch Tinerhir. Am Ortsende bogen wir nach links ab in die Thodra-Schlucht. Es ging etwas nach oben. Danach verengte sich das Tal. Links und rechts von uns rotbrauner Fels, entlang der Thodra sattes Grün. Nach 14 Kilometer erreichten wir das spektakuläre Ende der Schlucht. Links von uns ragten die Felswände 300 m in die Höhe.

Nach einer Pause drehten wir um und erreichten erneut Tinerhir. Kurz danach tankten wir noch voll. Weiter ging es über endlose, vegetationslose Ebenen. Am Horizont waren beiderseits Berge zu erkennen. Ab und an ein Dörfchen das wir passierten, das war es aber auch schon. Dann am linken Straßenrand Sandhügel die uns neugierig machten. Wir stoppten und wurden gleich mal von einem Einheimischen in Empfang genommen. Die Sandhügel entpuppten sich als Brunnen und Belüftungsschächte für ein 16 Kilometer langes Bewässerungssystem. In einem Nomadenzelt gab es noch einen Thé à la Menthe bevor wir weiterfuhren. Über eine Piste gelangten wir zu einem Kunstwerk des Deutschen Hannsjörg Voth, der "Goldenen Spirale“ inmitten dieser kahlen Gegend. Ein weiteres Kunstwerk , die „Himmelstreppe“ konnten wir zwar in einiger Entfernung sehen, doch hinderte uns zunächst ein ausgetrocknetes Flußbett, danach tiefe Sanddurchfahrten daran es zu erreichen. Also zurück zur Straße und weiter ostwärts bis Erfoud. Hier bogen wir ab Richtung Süden.

Südlich von Rissani konnten wir zunächst schemenhaft, dann immer deutlicher den Erg Chebbi erkennen. Wir bogen schließlich ab auf eine Piste, deren Verlauf wir 14 Kilometer bis zu den Dünen folgten. Hier erreichten wir das Hotel Yasmina, in das wir uns einquartierten. Claudia, Christian und Wolfgang sonnten sich noch ein wenig am Pool, wir wuschen unsere Wäsche. Danach genossen wir gemeinsam den Blick von der Hotelterrasse auf die Dünen. Je weiter die Sonne unterging, desto mehr zauberten die Schatten tolle Muster in den Sand der Dünen. Gegen acht Uhr startete der Run auf das Buffet. Nachdem wir gemütlich gegessen hatten, kamen dann noch ein paar Berber, die einheimische Folklore zum Besten gaben. Müde marschierten wir zu unseren Zimmer.

 

Tag 9     Samstag 22. März 2014

Ruhe, das war das Motto für heute. Erst nach acht Uhr trafen wir uns auf der Terrasse zum Frühstück. Für 10 Uhr orderten wir einen 4 x 4 inkl. Fahrer, der uns komplett um den Erg Chebbi chauffieren wird.  Überpünktlich ging es los. Im Uhrzeigersinn ging es meist über steinige Pisten. Den Dünengürtel hatten wir ständig im Auge. Die Landschaften waren immer wieder unterschiedlich und trotz der Kargheit voller Reize. Wir stoppten einige Male, um die Landschaftsbilder, die sich boten, zu genießen. Wir passierten kleine Dörfchen und sahen immer wieder einfachste Behausungen von Nomaden, die hier in Zelten oder Lehmbauten leben. In einem dieser Zelte wurde uns Pfefferminztee gereicht.

Danach ging es weiter und wir erreichten schließlich das Ende der Dünen. Jetzt ging es in die andere Richtung. Wir durchquerten die größte Stadt in der Region, Merzouga. Danach noch ein paar Kilometer Piste und wir waren nach rund 4 Stunden Fahrt zurück im Hotel Yasmina. Chillen stand für den Rest des Tages auf dem Programm. Ein wenig Relaxen am Pool, ein Tee bzw. Kaffee auf der Terrasse, Claudia und Christian marschierten noch ein wenig hinauf auf die Dünen. Im Restaurant ließen wir uns dann ein Menü mit Suppe, Brouchettes und Kuchen und Orangen als Dessert schmecken. Danach ließen wir den Abend gemütlich ausklingen.

 

Tag 10     Sonntag 23. März 2014     333 KM

Nach frühstücken und packen drückten wir kurz vor Neun unsere Anlasser. Zunächst holperten wir 14 Kilometer über die Piste zur Hauptstraße. Über diese ging es weiter rund 15 Kilometer, bis wir das Städtchen Rissani erreichten. Hier war Markttag, demzufolge war mächtig Betrieb. In einem kleinen Laden kauften wir Wasser und Brot, danach ging es noch zum Bankautomaten und zur Tanke. Nachdem wir dann am Ortsende Richtung Westen abgebogen waren, fuhren wir wieder durch die im Süden sehr karge Landschaft, die trotz oder gerade wegen ihrer Kargheit faszinierend auf uns wirkte.

Nur sehr selten passierten wir Dörfer oder gar kleine Städte wie Alnif oder Nkob. In Tazzarine stoppten wir auf einen Tee und einen Salat Marocaine. Nach gut 200 Kilometer Fahrt gelangten wir ins Draatal, in das wir nach links, sprich Richtung Süden einbogen. Über rund 60 Kilometer folgten wir dem sattgrünen Band aus Palmen, das sich entlang der Draa gebildet hatte. Das Grün der Palmenhaine war, gepaart mit dem Erdbraun der Lehmhäuser und den Bergen im Hintergrund, ein unglaublicher Anblick.

Schließlich erreichten wir unser Tagesziel Zagora, wo wir uns wie schon vor 3 Jahren in die Kasbah Asmaa einquartierten. Wir spazierten, nachdem wir uns frisch geduscht und umgezogen hatten, bei sehr angenehmen Temperaturen zu einem kleinen Supermarkt und anschließend zu einem Palmenhain. Zurück in unserem Hotel ließen wir uns Brouchettes und Kefta schmecken. Wir konnten unseren Ober davon überzeugen, dass dies die bessere Wahl im Vergleich zu dem für das Abendmenü geplanten Coucous war. In einem kleinen Pavillon ließen wir den Abend  ausklingen.

 

Tag 11     Montag 24. März 2014     214 KM

Da wir heute nur einen Abstecher in den Süden zum letzten Ort vor der Sahara, nach Mhamid machen wollten und hier die Straße endet, mussten wir nicht packen und nicht auschecken. Gegen Neun Uhr fuhren wir zunächst zum Tanken und begaben uns dann auf die Straße nach Süden. Nach rund 30 Kilometer wechselten wir auf eine Nebenstraße um nicht 2 x den gleichen Weg zu fahren. Zunächst  ging es durch die Berge auf einer Teerstraße, die dann irgendwann endete. Weiter ging es auf einer Piste. Wir näherten uns einem riesigen Palmenhain. Da dort eine Auto stand, bog ich nach rechts ab, um durch den Palmenhain wieder eine Teerstraße zu erreichen. Das zog sich länger hin als erwartet. Kreuz und quer fuhren wir auf Schotter- und Sandwegen zwischen den Palmen. Durch eine Furt durchfuhren wir die Draa und erreichten ein Dorf, in dem die Straße dann auch wieder geteert war.

Schließlich erreichten wir die Hauptstraße und folgten ihr noch rund 30 Kilometer. Einen kleinen Bergrücken mussten wir noch überwinden und sahen dann schon die Wüste vor uns. In Mhamid angekommen gab es noch Tee, Orangensaft und für jeden einen Salat Marocaine. Zwei Grillteller teilten wir auf.

Nach einer ausgiebigen Rast machten wir uns auf den Weg zurück nach Zagora. Die knapp hundert Kilometer hatten wir in einer guten Stunde auf der Hauptstraße zurückgelegt. Im Hotel angekommen machten wir es uns im Palmengarten und am Pool gemütlich. Wolfgang und ich gingen noch ein wenig zum shoppen und danach gab es auch schon unser Abendessen. Dieses Mal gab es Tajine mit Gemüse und Rindfleisch.

 

Tag 12     Dienstag 25. März 2014     448 KM

Gegen neun checkten wir aus und wir fuhren wie schon gestern erst mal an die Tanke. Danach verließen wir Zagora in Richtung Westen. Nach rund 10 Kilometer endete die Teerdecke und es folgten rund 100 KM Gravel-Road. Wir kamen dennoch relativ flott vorwärts, waren aber schnell komplett eingestaubt. Auch hier war die Landschaft karg und dennoch reizvoll.

Wir erreichten Lamhamid und bogen ab Richtung Süden und kamen schon bald nach Foum Zguid. Als wir dieses Städtchen passiert hatten erneut ein Schwenk Richtung Westen. Man merkte deutlich die Nähe zur Sahara – viel Sand und wenig Bewuchs. Vor uns trübte sich die Sicht, ein leichter Sandsturm lag in der Luft. Trotz des blauen Himmels über uns hatten wir nur eingeschränkte Sicht. Zum Glück kamen wir auf der meist kerzengeraden Straße zügig vorwärts und ließen nach einem Stündchen den Sandsturm zurück. Wir erreichten Tissint, wo wir auf unseren mittlerweile obligatorischen Pfefferminztee einkehrten.

Schon früh am Nachmittag näherten wir uns dem angestrebten Tagesziel Tata. Da es noch nicht mal halb Drei war, beschlossen wir noch bis Tafraoute zu fahren. Das zog sich aber dann länger als gedacht. Die Straßen wurden kurviger, die Landschaft um uns herum einfach nur unglaublich. Wir waren im Antiatlas angekommen. Rotbrauner Fels in unwirklichen Formationen, der strahlend blaue Himmel und immer wieder das satte Grün von Oasen. Ein einziger Traum.

Wir tankten in Ighrem und hielten schon dort nach einem Hotel Ausschau. Die Auswahl war zum einen sehr begrenzt ( zwei Hotels) und diese wirkten auch nicht sonderlich einladend auf uns. Es war schon dreiviertel Fünf, als wir beschlossen auch noch die restlichen 90 Kilometer nach Tafraoute anzupacken. Über kurvige Sträßchen erreichten wir inmitten einer Bilderbuchlandschaft gegen viertel nach Sechs unser Ziel. Wir checkten im Hotel Salama ein, das Christian und ich bereits aus 2011 kannten. Nach Duschen und Umziehen zogen wir noch ein wenig durch das Städtchen. Im Restaurant Marrakech kehrten wir zum Abendessen ein und spazierten dann zurück ins Hotel.

 

Tag 13     Mittwoch 26. März 2014     181 KM

Nach dem Frühstück marschierten wir erst mal gemeinsam los um uns in einem kleinen Laden, den wir gestern vor dem Abendessen schon mal besucht hatten, Arganöl und -creme zu kaufen. Wolfgang und ich kehrten dann zurück zum Hotel. Lore, Claudia und Christian wollten noch den heutigen Markt besuchen. Gemeinsam mit Wolfgang fuhr ich rund 7 Km nach Süden, um die von einer unglaublichen Landschaft umgebenen bemalten Felsen zu besuchen. Ein belgischen Künstler hat hier seine Spuren hinterlassen.

Gegen zehn Uhr waren wir zurück im Hotel. Auch unsere Marktbesucher waren schon zurück und zogen sich ihre Mopedklamotten an. Gegen halb Elf verließen wir Tafraoute durch das „Tal der Ameln“. Die Landschaft hier im Antiatlas ist einfach der Hammer. Die ersten Kilometer durch die Berge kamen wir nur sehr langsam vorwärts, weil wir gar nicht wussten, wohin wir zuerst schauen sollten.

Langsam wurde die Landschaft flacher, die Straßen gerader und wir kamen auch wieder flotter voran. Wir entdeckten eine Ziegenherde, die sich zum Teil in den nur hier wachsenden Arganbäumen aufhielten und sich trotz der vielen Stacheln die Früchte stiebitzten. Danach noch ein riesige Dromedarherde, die vor uns die Straße querte.

Für einen Aufreger sorgte dann noch ein Truck, der unglaublich hoch mit Ästen beladen war und prompt bei der Durchfahrt unter einer Stromleitung an dieser hängen blieb und zwei Mal einen Teil seiner Ladung verlor, die genau vor unseren Mopeds landete. Glücklicherweise wurden wir nicht getroffen und auch die Stromleitungen blieben da wo sie hingehörten. Wir kehrten noch kurz auf einen Pfefferminztee ein, bevor wir dann am frühen Nachmittag endgültig unser Ziel, das Städtchen Taroudant, erreichten. Nach Duschen und Umziehen enterten wir vor unserem wirklich sehr toll angelegten Hotel „Palais Salam“ ein Kutsche.

Mit einem PS umfuhren wir die komplett von einer trutzigen Stadtmauer umgebenen Medina. Auf dem Hauptplatz der Medina ließen wir uns schließlich absetzen. Zunächst aßen wir zu Abend, danach bummelten wir durch die Medina und die Souks von Taroudant. Egal wo wir hinkamen, es wimmelte nur so von Menschen – was für ein Treiben. Nachdem wir in unser Hotel zurückgekehrt waren genossen wir im Palmgarten noch ein kühles Getränk bevor wir uns auf unsere Zimmer zurückzogen.

 

Tag 14     Donnerstag 27. März 2014     424 KM

Als wir die Tür zu unserer Terrasse geöffnet hatten, konnten wir den Sonnenaufgang über den Palmen vom Bett aus verfolgen. Es folgte ein gemütliches Frühstück und gegen neun Uhr starteten wir schließlich in den Motorradtag. Wir verließen Taroudant in Richtung Osten auf einer relativ gut ausgebauten Hauptstraße. Wir kamen gut voran. Links und rechts von uns grünte es aus den Orangenplantagen. Wir tankten noch in Oulad Berhil bevor wir die Hauptstraße verließen.

Richtung Norden fuhren wir in Richtung des hohen Atlas, den wir über den Tizi n´Test überwanden. Bis zu einer Höhe von rund 2.100 m führte diese Paßstraße. Vor der Paßhöhe stoppten wir an einem kleinen Café auf einen Pfefferminztee und genossen dabei die beeindruckende Aussicht.

Als wir die Passhöhe überwunden hatten, änderte sich erstmalig für den Tag das Landschaftsbild. Wir fuhren talwärts und konnten dabei immer wieder  die vor uns aufragenden schneebedeckten Gipfel betrachten. Abwechslungsreich schlängelte sich die Straße durch die Berglandschaft. Kurz bevor wir den Ort Asni erreichten, schwenkten wir ab Richtung Westen. Noch ein Mal galt es einen Bergrücken zu überwinden. Auf einer sehr schlechten Nebenstraße überquerten wir den Bergrücken und erneut waren wir in einer komplett anderen Landschaft. Hier grünte es nur so.

Die Kurven wurden wenigen und wir kamen demzufolge auch wieder etwas flotter vorwärts. In M´Zouda kehrten wir erneut ein um uns Gegrilltes schmecken zu lassen – es gab sehr leckeres Poulet.

Weiter ging es immer Richtung Westen. Immer wieder ein neues Landschaftsbild. Immer mehr mußten wir gegen die tiefstehende Sonne ankämpfen. Auch 10 Kilometer Piste standen noch auf dem Programm. Schließlich erreichten wir die Atlantikküste und wir konnten nach Norden abschwenken.

Es war schon halb sieben als wir unser Tagesziel Essaouira erreichten. Das Hotel Miramar, das wir zielstrebig ansteuerten hatte leider nur für eine Nacht Zimmer, also mußten wir weiter. Auch im nächsten Hotel hatten wir kein Glück. Schließlich landeten wir vor den Toren der Medina. Einer der Parkplatzwächter zog gemeinsam mit Claudia und mir los um in der  Medina weiter zu suchen. Erst im zweiten Riad klappte es. Wir holten die anderen an den Mopeds ab. Das Gepäck wurde mit einem Handwagen durch die Medina transportiert. Im Riad Chakir bekamen wir für schmales Geld ein 5-Bett-Zimmer für uns alle. Wir zogen nochmal los in Richtung Hafen und ließen uns gegrillten Fisch schmecken. Beim Bummel zurück zum Riad gab´s dann noch Crepes für alle.

 

Tag 15     Freitag 28. März 2014

Heute war wieder mopedfreier Tag. In der Nacht hatte es begonnen zu regnen. Demzufolge ließen wir es ganz langsam angehen. Erst mal gemütlich frühstücken. Als gegen zehn Uhr der Regen etwas nachließ wagten wir es los zumarschieren. Es ging zum Hafen. Dort herrschte reges Treiben, das wir interessiert beobachteten. Schiffe wurden entladen, Fische verkauft, Netze geflickt und und und....Überall gab es was zu sehen.  Mittlerweile lugte auch die Sonne zwischen den Wolken hervor und es wurde gleich etwas wärmer. Allerdings machte Essaouira, die den Beinamen „Windy City“ trägt, ihren Namen alle Ehre – es blies ein heftiger Wind. Nachdem wir den Hafen ausgiebig inspiziert hatten, bummelten wir weiter Richtung Medina. Auch dort gab es viel auszusehen und zu entdecken. Nachmittags kehrten wir mal kurz zurück zum Hotel um ein wenig auszuruhen. Danach gingen wir etwas ausserhalb der Medina zum essen. Noch ein kurzer Bummel und wir kehrten zurück zu unserem Riad.

 

Tag 16     Samstag 29. März 2014     179 KM

Mit einem ausgiebigen Frühstück starteten wir in den Tag. Danach war packen angesagt. Unser Gepäckmann wartete schon wie verabredet mit seinem Wägelchen um 9 Uhr vor der Tür. Über eine enge Treppe schleppten wir unser Gerümpel 3 Stockwerke nach unten. Wir packten alles auf den Wagen und stapften durch die Medina. Gleich außerhalb warteten unsere Mopeds. Wir luden von dem Transportwagen auf unsere Motorräder um. Es war letztlich schon halb Zehn vorbei als wir starteten. Zunächst noch entlang der Strandpromenade fuhren wir dann ostwärts. Da die 180 Kilometer landeinwärts bis Marrakesch unspektakulär und ohne große Reize verlaufen, war das einzig Spannende, ob wir den angekündigten Regenschauern entkommen können. Zwischen den ersten grauen Wolken kamen wir noch trocken durch, dann baute sich eine riesige dunkelgraue Wolkenwand vor uns auf – das kann nicht gutgehen.

Wir stoppten um uns so gut wie möglich zu verpacken, kurze Zeit später ging´s dann auch schon los. Zunächst noch leicht, dann öffnete der Himmel seine Schleusen. Das nächste Dorf, das wir passierten glich einer Seenplatte, die schmutzig braune Brühe hatte in der Menge keine Chance abzulaufen. Es wurde bald besser und es wurde wieder trocken. So um die Mittagszeit erreichten wir dann Marrakesch. Je weiter wir in die Stadt vordrangen, desto chaotischer wurde der Verkehr. Ein Gehupe und Gedränge, unglaublich. Christian wurde sogar von einem Auto leicht touchiert. Wir besuchten noch Noureddine, der hier in Marrakesch BMW-Motorräder verleiht und Motorradrundreisen durch Marokko unternimmt. Kurz vor wir bei hm wieder losfuhren der nächste Regenschauer. Claudia und ich waren wieder die Hotelbeauftragten. Wir marschierten los um uns auf die Suche zu machen. Letztendlich stiegen wir wie schon 2011 im Hotel CTM direkt am Djema el Fna ab. Nachdem die  Motorräder in der bewachten Tiefgarage abgestellt und wir alle geduscht und umgezogen waren, zogen wir los um die Medina und ihre Souks zu erkunden. Später gab es Gegrilltes direkt am Djema el Fna. Danach noch ein wenig bummeln und es ging zurück zum Hotel, wo wir auf der Terrasse auch noch ein wenig das Gewusel auf dem berühmten Platz von Marrakesch beobachten konnten.

 

Tag 17     Sonntag 30. März 2014

Wir genossen unser Frühstück auf der Dachterrasse des Hotels und konnten das morgendliche Treiben auf dem Djema el Fna beobachten. Hier war schon einiges los. Das Besondere an dem Morgen war, dass wir nicht nur Richtung Norden den Mittleren Atlas sahen, sondern noch wesentlich spektakulärer war der Blick in den Süden zum Hohen Atlas. Die schneebedeckten Gipfel die über den Dächern von Marrakesch zu sehen waren, boten ein unglaubliches Panorama. Dies hatten wir den Niederschlägen der letzten Tage zu verdanken, die die Luft reinigten und die Fernsicht ermöglichten. Alleine dafür hat es sich gelohnt die Tage davor nass zu werden.

Für halb Zehn hatten wir uns mit Rashid verabredet, einem deutschsprachigen Guide, den uns Farida aus Fes vermittelte. Mit ihm gemeinsam stapften wir los um die Geheimnisse der Medina und einige Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Ich brachte meine Mopedhose, bei der eine Naht offen war zu einem Schneider bevor es richtig los ging. Wir besuchten den Bahia-Palast, die Medersa und die Kasbah, bevor wir uns intensiv im Handwerker-Viertel der Medina umsahen. Für uns unvorstellbar in welcher Enge und in welchem Lärm hier die Menschen ihr Tagwerk verbringen.

Bevor wir uns von Rashid trennten holten wir auch noch meine Hose, um sicherzugehen, den Schneider im Gewirr der vielen Gassen wieder zu finden. Er hatte ausgezeichnete Arbeit geleistet, und das für gerade Mal 25 Dirham. Wir verabschiedeten uns von Rashid und fuhren mit einem sehr betagten Taxi (wieder wie schon 2011 mit einem Mercedes der 123er Baureihe) zum Jardin de Majorelle, einem Stadtpark, der einer sattgrünen Oase aus Palmen und einer Vielzahl von Kakteen glich.

Zurück zum Djema el Fna nutzten wir nach zähen Preisverhandlungen eine Kutsche. Ausklingen ließen wir den Abend mit einem Bummel über den Platz und die umliegenden Souks.

 

Tag 18     Montag 31. März 2014     261 KM

Noch einmal Frühstück mit Blick auf den Djema el Fna. Anschließend bugsierten wir unsere Mopeds aus der Tiefgarage und bepackten sie vor dem Hotel. Danach querten wir letztmalig den Platz und stoppten noch bei Schuhputzern um unsere Stiefel auf Hochglanz polieren zu lassen. Gegen halb Zehn tauchten wir dann in den Wahnsinn des Stadtverkehrs in Marrakesch ein. Wir verließen die Stadt in Richtung Süden. Es war sonnig aber wolkig. Vor uns zuerst schemenhaft, dann immer deutlicher die weißen Gipfel des hohen Atlas. Hinter Tahannaout wurden die Straßen kleiner – wir tauchten ein in den Hohen Atlas. Die Landschaft war wieder Mal unglaublich schön, die Dörfer auf der einen Seite malerisch aber auch ärmlich. Ab rund 1.500 m Höhe war zum Teil Schnee neben der Straße. Es hatte weit herunter geschneit in den letzten Tagen. Wir gelangten zu dem Abzweig nach Oukaimeden, dem höchstgelegenen Skigebiet Afrika´s. Wir fuhren aber talwärts und gelangten in das malerische Ourika-Tal. Als wir schließlich die Hauptstraße von Marrakesch zum Tizi n´ Tichka erreichten, tankten wir unsere Mopeds und legten eine Teepause ein.

Danach fuhren wir die kurvige Paßstraße hinauf zum Tizi n`Tichka, die erst bei 2.260 m Höhe endete. Der kalte und heftige Wind ließ uns schon bald wieder aufbrechen.

Noch ein paar Meter auf der Hauptstraße talwärts und wir bogen ein auf eine Nebenstrecke die uns zunächst nach Telouet, danach weiter zu unserem heutigen Tagesziel Ait Ben Haddou führte. Die Landschaft hatte sich im Vergleich zum Vormittag wieder komplett gewandelt. Es war wieder deutlich karger aber nicht weniger reizvoll. Lange fuhren wir entlang eines Flusslaufes, an dessen Ufern es nur so grünte und blühte, daneben rotbrauner Fels – ein toller Kontrast.

In Ait Ben Haddou angekommen, checkten wir im Dar Mouna ein, das uns aus 2011 noch in guter Erinnerung war. Nachdem wir umgezogen waren, zogen wir los, um das Weltkulturerbe auf der anderen Flußseite zu erkunden. Dort  trafen wir wie erhofft Kerstin, die gemeinsam mit ihrem Papa und ihrer Schwester eine 10-tägige Rundreise durch Marokko unternimmt. Danach marschierten wir zum Hotel, wo es leckeres und reichliches Abendessen gab.

 

Tag 19     Dienstag 01. April 2014     254 KM

Bei angenehm warmen Temperaturen genossen wir unser Frühstück auf der Terrasse unseres Hotels und den Blick hinüber auf das alte Ait Ben Haddou. Gegen Neun brachen wir dann auf, zunächst noch Richtung Süden bis Ouarzazate, wo wir noch Geld vom Automaten holten und volltankten.

Wir verließen die Stadt ostwärts auf einer schnurgeraden Hauptstraße. Nach rund 15 KM  bogen wir ab nach Norden. Zunächst immer noch kerzengerade, näherten wir uns erneut dem Hohen Atlas. Als wir den erreichten, ging es bergan. Auf einer schmalen Straße  ging es kurvig weiter. Der Straßenzustand war nicht der beste. Wir waren uns nicht immer sicher, ob wir uns auf einer asphaltierten Straße mit hohem Schotteranteil oder einer Piste mit kurzen Asphaltstücken befanden.

Wir kamen nur sehr langsam vorwärts. Immer wieder ging es hinauf auf über 2.000 m, dann wieder etwas talwärts. Je mehr wir uns Richtung Norden vorarbeiteten, desto grüner wurde es um uns herum. Leider nahmen auch die Wolken wieder zu. Kurz vor Demnate verbesserte sich der Straßenzustand deutlich und wir kamen wieder flotter voran. Gegen viertel nach Vier erreichten wir Ouzoud, wo wir im Hotel de France eincheckten.

Danach spazierten wir zu den Cascades d´Ouzoud, den höchsten Wasserfällen Marokkos. Auf dem Rückweg zum Hotel gab es noch gegrilltes Kefta und Brouchettes am Straßenrand. Pappsatt kehrten wir zurück zu unserem Hotel.

 

Tag 20     Mittwoch 02. April 2014     332 KM

Es fing gerade an zu regnen, als wir gegen Neun die Mopeds packten. Die Wolken hingen tief hier in den Bergen. Bei Abfahrt rechneten wir damit, dass weiter talwärts der Regen aufhören wird. Doch es sollte anders kommen. Als wir die beiden Bergrücken, die es nordwärts zu überwinden galt, hinter uns hatten, waren die Wolken zwar weiter oben, aber es regnete weiterhin. In Beni Mellal gab es eine Tank- und Teepause. Je weiter ostwärts wir auf der N8 vordrangen, desto mehr spielte auch noch Kälte eine Rolle. Die Temperaturen waren nur noch im einstelligen Bereich, zudem  gesellte sich noch heftigster Wind hinzu. Eine tolle Mischung ;(  In Khenifra kehrten wir in einem Restaurant ein, um uns im Rahmen der Möglichkeiten etwas zu wärmen. Wir alle waren triefend nass und komplett durchgefroren. Der Wirt stellte uns mit glühender Holzkohle befüllte Behältnisse, auf denen üblicherweise Tajine zubereitet wird, zum aufwärmen auf den Tisch. Hier konnten wir ein wenig die Handschuhe und noch wichtiger die Hände wärmen.

Dann packten wir die letzten 140 Kilometer bis zu unserem Ziel Meknes an. Es wurde nicht besser. Gegen dreiviertel Fünf erreichten wir das Ibis-Hotel. Wir wollten einchecken und erfuhren, dass nur noch 2 Doppelzimmer für insgesamt 4 Personen frei sind. SUUUUPER. Mit den Zähnen klappernd und vor Kälte zitternd, standen wir vorm Hotel um uns zu beraten. Wir hatten uns für heute Abend mit Taoufik verabredet, den wir mit seiner Tochter am Erg Chebbi kennengelernt und der uns in seiner Heimatstadt Meknes zum Essen eingeladen hatte. Wir mussten ihn noch anrufen. Lore ging mit zur Rezeption um ihn anzurufen. Jetzt erfuhren wir, dass Taoufik bereits Zimmer für uns reserviert hatte. Die Freude und die Erleichterung waren groß – unvorstellbar wie sehr man sich über das Ergattern eines Hotelzimmers freuen kann. Wir checkten ein  und begaben uns auf unsere Zimmer. Jetzt schnell raus aus den nassen Klamotten und unter die heisse Dusche – was für eine Wohltat. Beim einchecken hatten wir erfahren, dass auch in Marokko seit dem letzten Wochenende Sommerzeit ist, wir unsere Uhren also eine Stunde vorstellen müssen. Das heißt aber auch, dass uns Taoufik eine Stunde früher abholen kommt.

Um halb Acht kam er dann ins Hotel. Er hatte im Vorfeld vergessen, dass an diesem Abend auch noch ein Jazzkonzert stattfindet, das er fest eingeplant hatte. Mit dieser Tatsache wurden wir etwas überrumpelt und bevor wir an das ersehnte Essen kamen gab es erst noch ein und eine halbe Stunde Jazz.

Nach dem Konzert zu Fuß zurück zum Hotel, wo Taoufik´s Auto stand. Anschließend fuhren wir zu sechst in einem Dacia durch das nächtliche Meknes zu Taoufik. Er wohnte sehr feudal. Alleine der Wohn- und Essbereich im Erdgeschoß dürfte mehr als 100 m² umfassen – wow. Gemeinsam mit seiner Frau Dounia und seiner Tochter Yasmina, die wir auch schon am Erg Chebbi kennengelernt hatten, genossen wir marokkanische Spezialitäten. Erst gegen halb Zwölf bzw. halb Eins Sommerzeit kehrten wir müde ins Hotel zurück.

 

Tag 21     Donnerstag 03. April 2014     344 KM

Erst um neun Uhr trafen wir uns zum Frühstück. Nachts hatte es erneut geregnet. Erst gegen halb Elf verließen wir den Hotelparkplatz und steuerten erst mal  eine Tanke an. Danach verließen wir Meknes in Richtung Norden. Entgegen aller Befürchtungen und Prognosen war es trocken und die Sonne blinzelte sogar mal zwischen den Wolken hervor. Erst in Moulay Idriss erwischte uns der erste Regenschauer. So ging es letztlich den ganzen Tag dahin. Sonne und Wolken wechselten sich ab, dazwischen immer wieder mal ein kurzer Schauer. Alles in Allem aber deutlich angenehmer und erträglicher als noch tags zuvor. Die Strecke und die Landschaften durch das Rifgebirge waren wie immer ein Genuss. In Quezzane eine letzte Teepause, kurz vor Tetouan dann ein letzter Imbiss am Straßenrand – wir ließen uns zum Abschied nochmals Kefta schmecken.

In Tetouan selbst vertankten und „vershoppten“ wir unsere letzten Dirhams. Danach nahmen wir die letzten 40 Kilometer Marokko unter die Räder. An der Grenze zur spanischen Exklave Ceuta herrschte das blanke Chaos. Kaum näherten wir uns dem Grenzgelände stürzten schon jede Menge „Helfer“ auf uns zu und bequatschten uns. Einer bahnte uns schließlich einen Weg vorbei an der Schlange von wartenden Autos zu den Grenzbeamten. Trotz des heillosen Durcheinanders ging es einigermaßen zügig  voran und wir hatten kurz nach sieben Uhr die Grenze passiert.

Jetzt schnell zu einem Ticketschalter um Fährtickets zu kaufen – vielleicht klappt es ja noch mit der Fähre um 19:30 Uhr. Wir hatten allerdings nicht mit der Langsamheit der spanischen Ticketverkäuferin gerechnet. Bis alles erledigt war, war es kurz vor Halb. Am Hafen angekommen dann nur noch Kopfschütteln, die Fähre war schon weg. Also 2 ½  Stunden warten. Wir verließen den Hafen nochmal um ein Café anzusteuern. Hier gab es Café con Lecche und süßes Backwerk. Dann gegen viertel nach Acht fuhren wir erneut zum Hafen und reihten uns in die Schlange der Wartenden ein. Schon bald konnten wir an Bord.

Die gut einstündige Überfahrt war auch bei Nacht ein Genuß. Die Lichter Afrikas auf der einen, die Europas auf der anderen Seite. Das Verlassen der Fähre uns des Hafens ging sehr zügig und wir erreichten schon wenige Minuten danach das Hostal Rio Grande wo Auto und Anhänger abgestellt sind. Wir checkten ein und krabbelten müde in unsere Betten.

 

Tag 22/23     Freitag/Samstag 04./05. April 2014     2.600 KM

Um acht Uhr Ortszeit trafen wir uns abfahrbereit an unseren Mopeds. Wir starteten unsere Motoren und rollten die paar Kilometer hinüber nach Gibraltar. Hier gab es an einer Cafeteria erst mal Frühstück, danach fuhren wir zum Europapoint, an dem es wunderbare Ausblicke aufs Meer und auf das gegenüberliegende Afrika und auch ein Museum mit geschichtlichen Hintergründen zu Gibraltar gab. Danach ging es hinauf auf den „Upper Rock“. Hier waren die Panoramen noch überwältigender.

Nachdem wir eine Runde über den gesamten Felsen gedreht hatten fuhren wir zurück nach San Roque zum Hostal um unsere Mopeds auf den Anhänger zu verladen. Gegen viertel nach Eins starteten wir unsere laaaange Heimreise. Marbella, Malaga, Granada, Murcia, Valencia, Taragona, Barcelona, Perpignan usw. usw. . knappe 2.600 Kilometer sind mit einem Anhänger im Schlepptau kein Pappenstiel. Samstag abend um Sieben hatten wir schließlich unser Ziel erreicht und entluden Auto und Anhänger. Gegen Acht Uhr traten Christian und Claudia, und auch Wolfgang die Heimfahrt nach Kaufering bzw. Dasing an.

Fertig gepackt - es geht Richtung Heimat